Evangelische Kirchengemeinde Menden


Gedanken zum Jahreswechsel 2020-21

Segen für das neue Jahr

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom HERRN,
der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet, schläft nicht.

Siehe, der Hüter Israels
schläft und schlummert nicht.

Der HERR behütet dich;
der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Der HERR behüte dich vor allem Übel,
er behüte deine Seele.

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit!

Psalm 121

 

Gebet

1. Der du die Zeit in Händen hast,
Herr, nimm auch dieses Jahres Last
und wandle sie in Segen.
Nun von dir selbst in Jesus Christ
die Mitte fest gewiesen ist,
führ uns dem Ziel entgegen.

2. Da alles, was der Mensch beginnt,
vor seinen Augen noch zerrinnt,
sei du selbst der Vollender.
Die Jahre, die du uns geschenkt,
wenn deine Güte uns nicht lenkt,
veralten wie Gewänder.

6. Der du allein der Ewge heißt
und Anfang, Ziel und Mitte weißt
im Fluge unsrer Zeiten:
bleib du uns gnädig zugewandt
und führe uns an deiner Hand,
damit wir sicher schreiten.

Jochen Klepper, eg 64

 

Liebe Leserinnen und Leser!
Wenn ein Jahr zu Ende geht und ein neues beginnt, halten wir inne. Wir schauen zurück und nach vorne: Was hat dieses Jahr gebracht und was wird uns im neuen Jahr erwarten? Wir sind dankbar, traurig, besorgt oder hoffnungsvoll.

So ist es jedes Mal zum Jahreswechsel. Doch in diesem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie unseren Blick. Die Erfahrung, dass ein kleines Virus unser ganzes Leben prägt, uns bedroht und vieles unmöglich macht, hat uns alle erschüttert. Das Leben ist nicht einfach so weiter gegangen wie immer, es hat viel von seiner Selbstverständlichkeit verloren.

Was bedeutet diese Unsicherheit für meinen Glauben? Sichtbar war die Absage so vieler Gottesdienste in diesem Jahr. Besonders an den hohen Feiertagen Karfreitag/Ostern und Weihnachten haben sie mir sehr gefehlt. Tiefer aber geht die Frage, ob Gott für mich da ist in dieser schwierigen Zeit. Ob die vielen schwer Erkrankten und die Toten ihn kümmern. Ob er unsere Gebete hört.

Mir sind zum Jahreswechsel 20-21 Worte der Glaubens-Gewissheit wichtig, die der Apostel Paulus schreibt:

Ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Römer 8,38+39

Dieser Satz kommt mit einer Kraft, die mich beeindruckt. Er ist nicht leichtfertig geschrieben, sondern von einem, der die Zweifel und die
Mächte, die uns von Gottes Liebe wegzerren wollen, kennt. Paulus weiß um die Sorgen, die uns die Zukunft macht. Und setzt dagegen „Ich bin gewiss“!

Am Ende dieses Corona-Jahres und am Beginn des neuen wünsche ich mir solche Gewissheit. In allem Auf und Ab einer Pandemie einen festen Stand zu haben, das wäre gut. Wenn mein Glaube mich fröhlich, trotzig und frei machen würde von aller Sorge und Ungewissheit. Aber so ist es nicht. Ich bin dem, was da auf mich und auf uns alle einstürzt, ausgeliefert. Ich kann wohl mit Vernunft und eigener Kraft etwas tun in dieser Lage, aber „sicher“ bin ich so wenig wie alle anderen.

„Ich bin gewiss“ schreibt Paulus, aber eben nicht: „Wer fest glaubt, den wirft nichts um.“ Paulus spricht nicht von einer Stärke, die der Glaube in uns hervorbringt, sondern von der Stärke der Liebe Gottes. Diese Liebe, die Gott uns in Jesus Christus schenkt, lässt sich nicht umwerfen! Sie übersteht unsere Fragen und Zweifel, sie übersteht den Tod und auch das Leben, keine Macht der Welt kann dieser Liebe etwas anhaben. Dessen bin ich gewiss.

Unsere Glaubens-Gewissheit ist nicht mehr (und nicht weniger) als eine Antwort auf Gottes unverbrüchliche Liebe, die sich durch nichts erschüttern lässt. Darum trägt sie. Auch im kommenden Jahr. Verlasst euch drauf!

Ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen
Pfarrerin Dorothea Goudefroy

Die Ev. Kirchengemeinde Menden wünscht Ihnen und Ihrer Familie ein gesegnetes neues Jahr!


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