Perukreis - Aktuelles

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Vielen Dank für die große Anteilnahme und die zahlreich eingegangenen Spenden für die Coronahilfe in unserer Partnergemeinde in Lima/Peru! Dadurch konnten seit Anfang Februar 2021 fast € 10.000,-- überwiesen werden, eine weitere Zahlung über knapp € 5.000,-- soll zeitnah erfolgen.

Weitere Spenden sind herzlich willkommen, da die Not nach wie vor sehr groß ist. Bitte unterstützen Sie alle Erkrankten und ihre Familien gerne auch mit Ihrem Gebet!

 

Der neue Situationsbericht von Miriam Wuttke:

Die Situation in Perú

Stand: 07.04.2021

Wir haben schon lange nichts mehr über unsere Geschwister in Lima berichtet. Dass die Situation in dem Land nicht schön ist, kann man nicht verneinen. Allerdings beginnt es besser zu werden. Der siebte April ist der 388. Tag des Ausnahmezustandes im Land. Das Gesundheitsministerium hat sich entschlossen das Volk zu impfen. Jarbas Barbosa (Direktor eines Gesundheitsunternehmens) möchte durchsetzen, dass zunächst die Älteren und Schwachen geimpft werden. Parallel dazu werden die Polizei, das Militär und die Mitarbeiter im Pflegesystem mit Impfen versorgt. Zurzeit ist der Plan, dass nur staatliche Stellen die Impfen verteilen können, damit keine Ungleichbehandlung zwischen Arm und Reich gezogen werden kann. Wie sehr das tatsächlich verhindert werden kann, ist fragwürdig. Laut Barbosa sollen die Impfreihenfolge ethischen Standards entsprechen und nicht darauf geachtet werden können/sollen, wieviel für eine Impfe bezahlt werden kann. Die Strategie beinhaltet jetzt nur erst einmal die gefährdeten Gruppen. Keine Impfe darf verwendet werden oder verloren gehen. Leider wird für das Impfen der Besitz eines Personalausweises notwendig, weswegen es für die Städter einfach, aber für die ländlich lebenden Menschen eine Hürde darstellt.

Es sind zurzeit 367.000 Pfizerdosen eingetroffen (Stand: 07.04.2021). Allerdings ist Sinopharma und Co. schon vorher eingetroffen und es konnten schon 592.000 Menschen geimpft werden.

Insgesamt sind es 1.598.593 Erkrankte mit einem Anstieg von 4.872 Neuerkrankten in den letzten 24 Stunden. Gestorben sind 53.411 Menschen (mit einem Zusatz von 273 Toten innerhalb der letzten 24 Stunden). 14.066 Erkrankte befinden sich in Krankenhäusern, wovon 2.452 beatmet werden. (1)

Unter den Geimpften sind auch diverse Politiker, die sogar in der DW zu trauriger Berühmtheit gekommen sind. Sie haben sich vorgedrängelt und wollten zuerst geimpft werden. 487 Impf-Drängler sind verzeichnet. Auch Ex-Präsident Martín Vizcarra stand dabei oben auf der Liste. Wie sich das auf die Wahl am 11. April auswirkt, ist nicht geklärt. Sicher ist nur, dass die Peruanische Bevölkerung immer weniger an die Politik in ihrem Land glaubt und auch weniger Hoffnung hat. (2)

Aus Brasilien und anderen Ländern Südamerikas sind immer wieder Meldungen über „Windimpfen“ zu lesen. Impfen, die gar keine sind und damit die Situation der ärmlichen Bevölkerung weiter verschlimmert. Auch halten sich die wenigsten an die Regelungen des Landes und gehen dennoch feiern oder verhalten sich unsolidarisch, indem sie keine Maske tragen. Auch geht in Perú der Glaube um, dass die Impfen einen Chip enthalten, unfruchtbar machen oder Teufelswerk sind. So wie es in Deutschland auch ist, glauben viele nicht an den Sinn oder die Notwendigkeit der Impfen.

Unserer Partnergemeinde geht es ganz gut. Viele Familien überleben von Tag zu Tag und werden immer noch vom Pastor unterstützt. Unsere Spenden haben nicht nur für Nahrungsmittel und Medikamente gesorgt, sondern auch Hoffnung gegeben. Besonders Familie Neciosup ist dankbar, dass wir in der schweren Zeit bei ihnen waren. Der Pastor wünscht uns alles Gute und dankt ebenfalls. Er versucht mit seinen Mitteln, den Mitmenschen zu helfen und konnte auch schon viel erreichen, indem er Medikamenten-Ausgabestellen in Lima eingerichtet hat. Allerdings hält die Gemeinde nicht mehr so gut zusammen, wie vor Corona. Da es schon immer ein Kommen und Gehen in der Gemeinde gab, ist es nicht sonderlich anders als sonst. Aber durch Corona sind viele Gemeindemitglieder in ihre Heimatstädte gezogen und werden aufgrund der wirtschaftlichen Lage wohl nicht zurückkehren. (3)

Bleibt gesund! Und bis Bald!

Eure Miriam

PS: Maggaly wäre heute 40 geworden!

Medikamenten-Ausgabestelle Cebatiana Carrilo de la Cruz Medikamenten-Ausgabestelle
Carmén Flores Paz
(sie war im Juni 2019 in Menden)
Medikamenten-Übergabe an Familie Cruz Carbajal, auf dem Foto Vater und Sohn (5 Jahre). Die Mutter war sehr schwer erkrankt und hat sich mit Unterstützung innerhalb von 8 Tagen erholt

(1) Informationen von: El Comercio (07.04.2021) - https://elcomercio.pe/peru/coronavirus-peru-en-vivo-cifras-y-noticias-en-el-dia-388-del-estado-de-emergencia-hoy-miercoles-7-de-abril-del-2021-covid-19-vacuna-sinopharm-pfizer-ministerio-de-salud-minsa-oscar-ugarte-noticia/

(2) Informationen von: Deutsche Welle (20.02.2021) - https://www.dw.com/de/corona-vacunagate-die-impfdr%C3%A4ngler-aus-peru/a-56631254

(3) Informationen von: Juan Carlos Medrano Berrocal


Hilfe für Peru

Stand: Februar 2021

Liebe Gemeindeglieder!

Erneut ist die Situation in Peru besorgniserregend. Derzeit befindet sich Peru mitten in der zweiten Corona-Welle. Aktuell gibt es einen Lockdown in den bevölkerungsreichsten Regionen bis mindestens zum 14. Februar 2021. Davon ist auch Lima betroffen: Die Wohnung darf täglich für maximal eine Stunde zwischen 6 und 18 Uhr verlassen werden, um Dinge des täglichen Bedarfs zu erledigen. Nur ganz wenige Geschäfte sind geöffnet. Es gilt zusätzlich ein Verbot der Nutzung privater Fahrzeuge. Dies hat zur Folge, dass viele unserer Geschwister ihrer Arbeit wie zum Beispiel als Verkäufer oder Handwerker nicht mehr nachgehen können und viele seit Beginn der Pandemie ohne Einkommen sind.

Aktuell kommt nun verschärft dazu, dass die Krankenhäuser und Intensivstationen seit Anfang Januar 2021 durch Covid-19 überlastet sind: Besonders hart war davon die Familie Neciosup Urbina betroffen, die auch hier in Menden und in unserer Gemeinde bekannt ist. Maggaly war 2009 ein Jahr bei uns in der Gemeinde, ihr Vater war 2019 noch Teil der Delegationsreise nach Menden.

Tragischerweise ist zuerst Maggalys Vater und wenige Tage später auch Maggaly im Alter von nur 39 Jahren an Corona verstorben, weil keine Intensivbetten zur Verfügung standen. Weitere Familienmitglieder sind nach wie vor erkrankt und bedürfen medizinischer Unterstützung. Für sie und für all die anderen Bedürftigen in der Gemeinde wurden wir von unserer Partnergemeinde um Hilfe gebeten.

Bereits im Frühjahr 2020 hatten wir um Spenden für unsere Geschwister in Lima gebeten und waren beeindruckt von der Bereitschaft zu helfen.

An dieser Stelle möchten wir abermals zum Spenden für Lebensmittel, für Miete und für medizinische Versorgung aufrufen: Bitte sammeln Sie Spenden oder spenden selbst für die Geschwister in Lima. Jede Spende hilft.
Gerne dürfen Sie diesen Aufruf weitergeben.

"Spende Coronahilfe Peru"
Evangelische Kirche Menden
DE68 4476 1312 0424 0861 00

Wir sagen herzlichen Dank im Namen der Partnergemeinde der Peregrinos in Lima!

Susanne Hermans (derzeitige Organisatorin des Perukreises)


Nachruf

PerukreisWir nehmen Abschied von unserer peruanischen Schwester
Maggaly Noemí Neciosup Urbina
* 07.04.1981    ꝉ 31.01.2021

„Liebe Maly, wir haben dich als Kirchengemeinde während deines Pilgerjahres 2009 in Deutschland kennenlernen dürfen. Deine Familie ist eine der Gründerfamilien unserer Partnerschaft mit der Kirchengemeinde der Peregrinos in El Agustino. Die Zeit, die wir mit dir verbringen durften, war sowohl eine schöne als auch eine lehrreiche. Deine Hilfsbereitschaft und deine Liebe für deine Mitmenschen waren für jeden sichtbar. Die Freude, die du versprüht hast, wenn du mit Kindern arbeiten konntest, war nur einer der Gründe, warum du so aktiv bei den Pfadfindern warst und deinen eigenen Kindergarten Pasitos Creativos (kreative Schrittchen) eröffnet hast.

Die Jahre, die wir dich begleiten durften, waren wunderbar und wir können nur dankbar dafür sein. Dennoch wurde dein Leben viel zu früh beendet und es wird für deine Familie und deine Freunde noch sehr schwer sein, dies zu realisieren und zu akzeptieren. Wir werden uns noch lange an dich erinnern und in Gesprächen deiner Person gedenken.

Deine Ratschläge und die vielen Gespräche mit dir werden mir so sehr fehlen. Deine Stimme und dein ansteckendes Lachen sind immer noch in meinem Kopf. Für mich warst Du wie eine große Schwester, die mir immer beistand. Mein größter Motivator in den schwierigen Momenten des Lebens.

Ganz nach einem Jane Austen Zitat aus dem Buch Stolz und Vorurteil hast du nur den geheiratet, der dein Herz berührt und versteht. Dass Luis und du nur so eine kurze Zeit zusammen hattet, macht mich traurig. Er kam nach Lima im selben Jahr, als ich dort mein Pilgerjahr verbracht habe. Seine freundliche, bestimmte und anpackende Art hat dich nicht direkt überzeugt, aber schließlich habt ihr euch doch noch gefunden. Eure Hochzeit 2019 war wunderschön.

Dein Glaube an unseren himmlischen Vater war stark und ein Beispiel für jeden von uns. Einer deiner vielen Lieblingsverse ist aus Psalm 73, 23-24: Dennoch bleibe ich stets bei dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren an. Das Versprechen des ewigen Lebens, das Gott uns gibt, tröstet uns in dieser Zeit der Trauer und wir hoffen, dass du – liebste Maly – deinen Vater José und deinen Onkel Segundo auf irgendeine Weise wiedersiehst.“

Im Namen des Perukreises, wünsche ich allen Angehörigen und Freunden Trost, Mut und Zuversicht.

- Miriam Wuttke -


Termine des Perukreises

Nächste Treffen

Der Perukreis trifft sich an folgendem Termin

  • Freitag, den 28.05.2021 um 18.00 Uhr online 
  • Vorankündigung:
    Der nächste Partnerschaftssonntag findet am 19.09.2021 statt.

Kontaktpersonen des Perukreises
Susanne Hermans und Miriam Wuttke


Partnerschaftsvertrag festigt Beziehung nach 18 Jahren

Im Wesentlichen Einheit. Im nicht Wesentlichen Freiheit. Und in allem Liebe. (Augustinus)

Unsere Partnerschaft mit der Peregrino-Gemeinde in Lima besteht seit 2001. Nach 18 Jahren – also beim Erreichen der Volljährigkeit – haben unsere beiden Gemeinden ihre Beziehung zueinander mit einem Link-Pfeil Partnerschaftsvertrag besiegelt. Gemeinsam bekennen wir uns zum Glauben an Jesus Chris­tus und sind Teil der weltweiten Christenheit. Als Pil­ger sind wir gemeinsam auf dem Weg.

Der Vertragstext wurde in Menden vorbereitet und dann während des Besuchs von Pfarrerin Goudefroy in Lima im Herbst 2019 in der Peregrino-Gemeinde intensiv diskutiert. Die neuen Vereinbarungen und Formulierungen wurden schließlich in einen Vertrag gefasst, der den deutschen und den spanischen Text nebeneinander abbildet. Das Presbyterium unserer Gemeinde und die Junta Directiva der Peregrino-Gemeinde haben den Vertrag beschlossen und unterzeichnet.

Die Grundlagen unserer Partnerschaft bilden die drei Säulen Spiritualität, Kommunikation und Solidarität:

- Spiritualität - das bedeutet, in unserem christ­li­chen Glauben wachsen

- Kommunikation - das bedeutet, sich gegen­sei­tig kennenlernen und Kontakte pflegen

- Solidarität - das bedeutet, füreinander Verant­wor­tung tragen.

Alle drei Punkte sind im Vertrag mit konkreten Ideen zum Austausch und der Zusammenarbeit ausgeführt, die sich in den letzten 18 Jahren bewährt haben. Dank des Vertrages ist die Partnerschaft nun unabhängig von einzelnen Personen ein bleibender Teil der Gemeindearbeit auf beiden Kontinenten.


Über den Perukreis

Seit 2001 besteht die Partnerschaft zwischen der Link-Pfeil Iglesia Evangelica de los Peregrinos in Lima (Peru) und unserer Evangelischen Kirchengemeinde Menden. Die Grundlage unserer Partnerschaft bilden die drei Säulen:

Perukreis
  • Spiritualität
    das heißt miteinander in unserem christlichen Glauben wachsen
  • Kommunikation
    das heißt kennenlernen und Kontakte pflegen
  • Solidarität
    das heißt füreinander Verantwortung tragen

Partnerschaftsgebet

Gott, unser Vater,
du hast uns Christen hier
in Menden, Deutschland
und
in Lima, Peru
in Partnerschaft miteinander verbunden.
Wenn unser Alltag auch verschieden ist,
so sind wir doch alle Geschwister,
vereint im Glauben.
Lass Deinen Geist als Brücke in unserer
Partnerschaft wirken, damit wir immer wieder
neu aufeinander zugehen, voneinander lernen,
uns gegenseitig unterstützen und im Glauben stärken.
Segne unsere Gemeinschaft,
damit wir gemeinsam hinarbeiten
auf eine bessere Welt.
Amen.


Oración del hermanamiento

Dios Padre nuestro.
Tu has unido a los Cristianos
de Menden, Alemania
y
de Lima, Peru
en un hermanamiento.
Si bien nuestras realidades son
diferentes todos somos hermanos y
hermanas unidos por nuestra fe.
Haz que tu Espiritú sirva de Puente
entre nuestras parroquias para que
cada vez nos unamos más, aprendamos
unos de los otros, nos apoyemos
mutamente y fortalezamos nuestra fe.
Bendice nuestra union para que
podamos trabajar en la construcción
de un mundo mejor.
Amen.


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Link-Pfeil peru.info
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