Geistliches Wort – Archiv 2020

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Frank Fiedler, Pfarrer der
Evangelischen Kirchengemeinde Menden

Erinnerung an Jochen Klepper

Liebe Leserinnen und Leser,
heute ist der 9. November. Ich möchte an Jochen Klepper erinnern, den Schriftsteller und Liederdichter. Er ist in der evangelischen Kirche nach Martin Luther und Paul Gerhardt der dritthäufigste Autor. Vielleicht kennen Sie Lieder wie „Die Nacht ist vorgedrungen“ oder „Er weckt mich alle Morgen“.
Am 28. März 1931 heirateten Jochen Klepper, Protestant, und Johanna Stein, Jüdin. Johanna Stein brachte als Witwe zwei Töchter mit in die Ehe. Im Herbst 1932 zog die Familie nach Berlin; Jochen Klepper fand eine Anstellung beim Berliner Rundfunk. Da Klepper bis zum Oktober 1932 Mitglied der SPD gewesen war, wurde er Mitte 1933 entlassen. 1937 wurde Jochen Klepper aus der Reichsschrifttumskammer ausgeschlossen, was einem Berufsverbot und Arbeitslosigkeit gleichbedeutend war.

Am 10. November 1938 ist sein Tagebuch ( „Unter dem Schatten deiner Flügel“) mit folgendem Losungstext überschrieben:
Willst du uns denn nicht wieder erquicken, dass sich dein Volk über dich freuen möge? Herr, erzeige uns deine Gnade und hilf uns! Psalm 85,7.8

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Bärbel Vane
Prädikantin in der Evangelischen
Kirchengemeinde in Menden

Wort zum Sonntag

Erntedank oder doch lieber Thanksgiving?

Liebe Leserinnen und Leser,

eigentlich mag ich ja keine Anglizismen in der Alltagssprache aber bei Thanksgiving mache ich gerne eine Ausnahme.
Morgen feiern wir ja wieder Erntedank.
Aber geht es an diesem einen besonderen Sonntag wirklich nur darum Gott für die Ernte zu danken?
Ich denke nicht, das wäre zu kurz gedacht.
Ich finde, dass der englische Begriff Thanksgiving =Dank geben, es besser umschreibt.

Wir sollen Gott danken und dieser Dank soll sich nicht nur auf einen saisonalen Zeitraum oder
einen Sonntag beschränken, denn ER wünscht sich von uns, dass wir unseren Dank auch in den  restlichen 364 Tage nicht vergessen.
IHM zu danken für das, was uns das Leben so übers Jahr schenkt.

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Dorothea Goudefroy
Pfarrerin der Evangelischen
Kirchengemeinde Menden

Wort zum Sonntag

Liebe Leserinnen und Leser!

Vor ein paar Jahren – also vor Corona – bin ich staunend durch die Straßen von Lissabon gelaufen. Beinahe jedes Haus ist dort mit Kacheln verziert, vom Boden bis zum Dach. Manchmal sind es einfarbige Kacheln, die in Mustern verlegt sind, aber meistens sind schon die Azulejos selbst gemustert: blau-weiß, gelb, grün. Der Fantasie sind da fast keine Grenzen gesetzt. Manche Muster sind sehr alt, sie stammen noch aus der Zeit der Mauren und schlagen eine sichtbare Brücke zu einer anderen Kultur.

Die Kacheln an den Hausfassaden haben mich beglückt, sie sind so bunt und vielfältig und machen aus jedem Haus ein Unikat. Und dann gibt es sogar welche, die richtige Gemälde darstellen: Szenen aus dem Alltag der Menschen vor langer Zeit, Erinnerungen an historische Ereignisse oder biblische Geschichten. Um solch ein Bild zu zeigen, braucht es viele Kacheln, die gut aufeinander abgestimmt sind und im Zusammenhang – wie bei einem Puzzle – das ganze Motiv ergeben.

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Gedanken zum Osterfest 2020


Ostern ist da. Wir feiern die Auferstehung Jesu Christi von den Toten, das Fest des Lebens.

Es fällt in diesem Jahr in eine Zeit, in der wir mehr als sonst vom Tod sprechen. Wir sehen die Bilder aus italienischen Krankenhäusern, in denen so viele am Corona-Virus sterben, und fragen uns beklommen: wird es in Deutschland auch so kommen?

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Gedanken zum Karfreitag 2020


Ein Kreuz steht in der Kirche. Groß und unübersehbar. Wir legen Steine unter diesem Kreuz ab: Symbole für das Harte und Schwere in unserem Leben. Zeichen für das Unversöhnte, das uns schmerzt. Jeder kommt mit seinen eigenen Gedanken und seiner eigenen Last.

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Tischabendmahl am Gründonnerstag


Das Mahl der Sünder - Sieger Köder
Bildmeditation für zuhause

Einleitung

Am Gründonnerstag treffen wir uns zum Tischabendmahl. Normalerweise. Doch in diesem Jahr ist alles anders: Wegen der Corona-Pandemie können wir nicht zusammen kommen, nicht gemeinsam Abendmahl feiern, nicht zusammen essen und erzählen. Wir merken plötzlich, dass nicht alles selbstverständlich ist, was wir immer schon getan haben. Es ist nicht selbstverständlich, mit anderen an einem Tisch zu sitzen. Aber das fehlt uns. Wir sehnen uns immer mehr nach Gemeinschaft, je länger das Kontaktverbot gilt. So laden wir Sie ein, gemeinsam an getrennten Orten ein Abendmahlsbild zu betrachten. Es ist ein modernes Bild von Sieger Köder, keine klassische Darstellung des letzten Abendmahls, das Jesus am Tag vor seinem Tod mit den Jüngern gefeiert hat. Dieses Bild mit dem Titel „Das Mahl der Sünder“ nimmt uns in die Tischgemeinschaft mit hinein. Im Hier und Heute.

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Bärbel Vane
Prädikantin in der Evangelischen
Kirchengemeinde in Menden

Wort zum Sonntag

Erinnern ist angesagt

Liebe Leserinnen und Leser,
morgen am Palmsonntag, zu Beginn der Karwoche, erinnern sich Christen weltweit daran, wie die Menschen Jesus beim Einzug in Jerusalem empfangen hatten:

Wir erinnern uns daran, dass sie Jesus mit erhobenen Palmzweigen entgegen gelaufen sind und ihm mit Hosianna-Rufen einen triumphalen Einzug bereitet hatten.

Wir erinnern uns daran, dass sie sich vor Begeisterung einen Teil ihre Kleider vom Leib gerissen hatten um damit die staubige Straße zu bedecken, die nach Jerusalem hineinführte.

Wir erinnern uns daran, dass Jesus auf einem Esel ritt, als Zeichen des Friedens.

Und wir erinnern uns daran, dass er umjubelt wurde, dann verraten und gekreuzigt,
aber diese Erinnerung kommt ein paar Tage zu früh…

Liebe Leserinnen und Leser,
erinnern wir uns an Gott?
Oder lassen wir ihn links liegen, weil wir denken, dass er mit uns persönlich nichts zu tun hat.
Dass wir allein ganz gut klar kommen können.

Manchmal vergessen wir, dass wir seine Kinder sind, besonders dann, wenn es uns gut geht, wenn wir ohne Ängste und Sorgen leben können.
Vergessen wir, dass er da ist?

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Thomas v. Pavel,
Schulreferent des Evangelischen
Kirchenkreises Iserlohn

Wort zum Sonntag

Leben im Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit

Liebe Leserinnen und Leser,
als ich vor ungefähr 3 Monaten die Anfrage bekam, für diesen Sonntag das Wort zum Sonntag zu schreiben, freute ich mich. Ich freute mich auf diesen Termin, weil dann schon Frühling sein sollte. Es sollte dann heller, wärmer, schöner sein, als zu dem Zeitpunkt der Anfrage.

Und jetzt: ja, es ist heller, wärmer, schöner. Die Natur tut ihr bestes um deutlich zu machen: es ist Frühling.

Aber sonst? Es ist doch alles anders. Der Arbeitsalltag, bei mir wie bei vielen von Ihnen, zuhause. Die Freizeit, bei mir, wie bei allen von Ihnen, zuhause. Viele liebgewonnene Tätigkeiten, Sport, Musik, Kino oder auch „nur“ ein Treffen mit Freunden, all das findet nicht statt. Es fällt aus, na, sie wissen schon, warum. Das alles ist eine Situation, die wir alle so noch nicht erlebt haben. Distanz ist das Gebot der Stunde. Distanz und nicht Nähe. Dabei leben wir Menschen doch von Nähe und Zuneigung, von Gemeinschaft und Austausch. Gerade die Religion, die Ausübung des Glaubens ist auf Gemeinschaft und gemeinschaftliche Stärkung angewiesen.

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Frank Fiedler, Pfarrer der
Evangelischen Kirchengemeinde Menden

Wort zum Sonntag

Nicht du trägst die Wurzel, sondern die Wurzel trägt dich.
(Römer 11,18)

In diesem Jahr möchte ich an den Rheinischen Synodalbeschluss „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ erinnern, der vor 40 Jahren verabschiedet wurde.
Die rheinische Kirche schaut auf die fortdauernde Existenz des jüdischen Volkes, seine Heimkehr in das Land der Verheißung und auf die Errichtung des Staates Israel und sieht darin ein Zeichen der Treue Gottes gegenüber seinem Volk.
Wieviel Hohn und Spott hatte Martin Luther für die Juden seiner Zeit übrig. Für ihn war das fehlende Land der Beweis, dass Juden von Gott verstoßen sind: „So lasst sie hinfahren ins Land und gen Jerusalem … und das Land besitzen. Wenn das geschehen ist, so sollen sie uns bald ihnen auf den Fersen nach sehen daher kommen und auch Juden werden“ (WA 50.323,36-324,8). Würde Luther heute leben und seinen Worten Taten folgen lassen, würde er Jude werden…

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Mario Huhn, Pfarrer der
Evangelischen Kirchengemeinde Menden

Wort zum Sonntag

Möchtest du diese Rose annehmen?“ Diese Frage stellt in der neuen Staffel von „Der Bachelor“ Sebastian Preuss. Der 29-Jährige Junggeselle aus München sucht in der RTL-Show seine große Liebe. Woche für Woche darf er die Ladys in Einzel- oder Gruppendates vor traumhaftschönen Kulissen näher kennenlernen. Wer am Ende der Sendung die rote Rose vom „Bachelor“ bekommt und annimmt, darf bleiben. Alle anderen Frauen müssen die Heimreise antreten.

Seit jeher übt die rote Rose eine besondere Anziehung auf uns aus. Sie symbolisiert Liebe und Romantik und damit auch Leidenschaft. Sie ist im Strauß, der zur Geburt des Sohnes überreicht wird; im Brautstrauß zur Hochzeit; im Strauß am Muttertag, als Zeichen der Aufmerksamkeit oder als Blumengebinde am Sarg. Aber auch als Einzelblume zum Valentinstag macht sie eine gute Figur. Mit keiner anderen Blume kann ich meiner Partnerin „Ich liebe dich!“ so schön sagen, wie mit einer roten Rose.

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Dorothea Goudefroy
Pfarrerin der Evangelischen
Kirchengemeinde Menden

Wort zum Sonntag

Willkommen – bienvenidos – welcome – bienvenue!

Liebe Leserinnen und Leser!

Was brauchen Sie, um sich in einem Gottesdienst willkommen zu fühlen? Seidin, unsere Freiwillige aus Peru, sagt: Jemanden, der einen an der Tür freundlich begrüßt. Und dann einen Zettel, auf dem steht, wie der Gottesdienst ablaufen wird.

Ich habe das kürzlich im Urlaub in den Niederlanden erlebt. Da bin ich am Sonntagmorgen in die alte, windschiefe Dorfkirche gegangen. Leider kann ich kein Niederländisch, aber ich war willkommen. Am Anfang des Gottesdienstes wurden – auf Deutsch – alle deutschen Gäste begrüßt. Und auf der Leinwand war immer das Lied zu sehen, das wir gesungen haben. Ich habe bestimmt nicht alles richtig ausgesprochen, aber ich konnte mitmachen. Da fand ich es nicht so schlimm, dass ich die Predigt nicht verstehen konnte.

So, finde ich, sollte es in unseren Gottesdiensten immer sein: Dass alle mitmachen können und sich wohlfühlen. Selbstkritisch muss ich sagen, dass das wohl nicht immer so ist. Aber wir wollen als Gemeinde dazu lernen und feiern darum zum ersten Mal einen Internationalen Gottesdienst. Mit freundlicher Begrüßung an der Tür und einem Zettel, auf dem der Ablauf und alle Lieder stehen.

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