Evangelische Kirchengemeinde Menden - Wort zum Sonntag


Wort zum Sonntag

Trinitatis – Vater, Sohn und Heiliger Geist


Frank Fiedler, Pfarrer der
Evangelischen Kirchengemeinde Menden
Die Sonntage in der Evangelischen Kirche haben manchmal komplizierte Namen. Morgen feiern wir den Sonntag „Trinitatis“. Trinitatis, darin steckt das Wort drei. Der Name bezieht sich auf den dreieinigen Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist. Das ist für Christen selbstverständlich, so fangen wir den Gottesdienst an: „Im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“. Keiner unter uns käme auf die Idee, deswegen an drei Götter glauben. Aber wenn wir Christen von Gott reden, dann können wir nicht nur von Gott, dem Allmächtigen, sprechen, sondern müssen auch von Jesus Christus, seinem Sohn, sprechen. Und gerade das macht es Juden oder Muslimen schwer mit uns, - und manchmal haben wir selbst damit Schwierigkeiten.

Im 4. Jahrhundert hat es heftige Kämpfe wegen der „Trinität“ gegeben. Der Kaiser, Bischöfe, Presbyter (Arius) und Diakone (Atanasius) stritten um das rechte Verständnis. Heute würden viele diesen Streit als lächerlich empfinden. Wir können einfach nicht mehr nachvollziehen, um welche Spitzfindigkeiten es da ging und warum man sich darüber so ereifern musste.

Ich glaube, zuerst und vor allem geht es um Gott! Den Gott Israels und Vater Jesu Christi. Er gibt Dir durch seine Weisungen, sein Gebot Orientierung und Richtung. Du darfst ihn kennen- und lieben lernen, denn er meint es gut: Er hat sein Volk Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreit, und er hat die Macht, Verhältnisse auf den Kopf zu stellen.

Aber wie lernen wir diesen Gott kennen und lieben? - Durch Jesus, den Messias Israels, der Gott seinen Vater nennt. Seinen Tod und seine Erscheinungen als Auferstandener haben seine Anhänger bald so verstanden, dass Gott etwas ganz Grundsätzliches durch ihn hat geschehen lassen: Dass uns unsere Schuld keinesfalls von Gott trennen soll, das schafft nicht einmal mehr der Tod! Und dass Gott in Christus mit der Auferweckung aller Menschen einen Anfang gemacht hat.

Und schließlich: Die Anhänger Jesu empfanden sich nach der Himmelfahrt Jesu nicht von ihm getrennt. Seine Worte und Taten, ja Ostern war ihnen gegenwärtig. Gottes Geist verband sie mit Christus wie mit seinem Vater.

So können Christen bekennen: Wir glauben an Gott, den Vater…, und an Jesus Christus, seinen Sohn…, und den Heiligen Geist…

Der Sonntag Trinitatis erinnert daran, wie Gott uns begegnet. Wie er uns erreichen will und wie auch wir ihn kennen lernen dürfen.

Gott bleibt der eine, der Allmächtige, gelobt sei er! Aber in Christus hat er auch Ohnmacht erfahren, Leiden und Tod. Und manchmal ist er mir durch seinen Heiligen Geist näher und vertrauter, als ich mir selber bin.

Ihr Frank Fiedler,
Pfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Menden


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