Evangelische Kirchengemeinde Menden - Wort zum Sonntag


Wort zum Sonntag

"…wie eine Mutter …"

Liebe Leserinnen und Leser,
kümmert sich Gott um uns Menschen. In der Jahreslosung für das neue Jahr 2016 heißt es:" Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet". (Jes.66,13).


Hans D. Daubner,
Pfarrer der ev. Kirchengemeinde Menden
Ein kleiner Junge steht an der Straßenecke und weint furchtbar. Er hat seine Mutter aus den Augen verloren. Zum Glück ist sie nur ein paar Schritte weit entfernt. Liebevoll wischt sie ihm die Tränen ab. Schon bald ist er getröstet. Die Mutter ist eine, von der er weiß, dass sie ihn nicht alleine lässt. Ihre Nähe schenkt Vertrauen und Zuversicht, so wie ihre Ferne Angst und Unsicherheit verbreitet. Was für Kinder gilt, das gilt auch für Erwachsene: Wer niemanden hat, der ihn in Angst und Einsamkeit bei der Hand nimmt, der hat es schwer, vertrauensvoll und zuversichtlich in den Tag hinein zu gehen. "Wie eine Mutter …"möchte uns Gott in solchen Situationen zur Seite stehen, uns trösten. Er offenbart hier seine starke mütterliche Seite, wie schon damals zur Zeit des Propheten Jesaja, als er in trostloser Zeit mit dem Volk Israel redet. Und wie für die Menschen der damaligen Zeit hat Gottes Trost bis heute weite Dimensionen.

…"wie eine Mutter…" In den Worten der Jahreslosung klingt ein Wissen um die "Urangst" des Kindes an, die im Zusammenhang des Bibelverses zum Bild wird für die Angst des Mensch überhaupt, der Angst, aus der heraus er sich nach eigenem Ermessen zu behaupten und zu verteidigen habe und sich abgrenzen müsse gegen alles Andersartige und Fremde. Einer solchen Angst wird ein" Urvertrauen" entgegengesetzt. Die Botschaft könnte dann lauten: Es gibt einen Weg, der aus der Angst zum Vertrauen führt und dieser Weg ist der des Trostes. Aus der Enge der Angst in die Weite des Vertrauens. "Du tröstest mein Herz"- heißt es in Psalm 119. Im Neuen Testament ist vom Herbeirufen des Trösters die Rede. (Joh. 14).

"…wie eine Mutter …" Als selbst getröstete dürfen wir dann so etwas wie ein "Trostamt" ausüben, d.h. bemüht sein, Menschen aus ihrer Angst heraus zu führen, in ihnen Vertrauen zu wecken, indem wir versuchen den Weg zu ihnen zu suchen, versuchen ihre Herzen zu weiten. "Unser Herz ist unruhig bis es Ruhe findet in dir, Gott." So hat Augustinus gebetet und damit das Entscheidende über den Trost gesagt, den Gott seinen Kindern schenken will.

So wünsche ich Ihnen, liebe Leserin und Leser, dass Sie immer wieder etwas von dem Trost der Jahreslosung in Ihrem eigenen Leben wahrnehmen und verbleibe mit guten Wünschen für das Jahr 2016,

Ihr Pfr.Hans D. Daubner


Link-Pfeil Archiv Geistliches Wort