Evangelische Kirchengemeinde Menden


Wort zum Sonntag


Bärbel Vane Prädikantin
in der Evangelischen Kirchengemeinde Menden
Fasten oder nicht fasten, das ist hier die Frage

Liebe Leserinnen und Leser

„Wie klappt es denn bei dir so in diesem Jahr mit dem Fasten“ fragte mich vor ein paar Tagen eine Bekannte.
„Nicht so gut“, war meine Antwort. Ihr ging es ähnlich.

Schon zu Beginn der Fastenzeit hatte ich mich ernsthaft gefragt, ob ich in diesem Jahr überhaupt fasten wollte.
Schließlich sind die Einschränkungen, die Corona so mit sich bringt ja auch so etwas wie Langzeit fasten…

Aber dann hatte ich mich doch noch dazu entschlossen:
Social Media fasten war angesagt  -  Ganz schlechte Entscheidung.
Irgendwie hat das Tragen von Masken wohl doch einen negativen Einfluss auf meinen Verstand. :-)
Schon nach drei Tagen knickte ich ein und stieg auf Chips fasten um. 
Eine ganze Woche hielt ich durch, doch dann - wieder kein Erfolg.
Nichts Halbes und nichts Ganzes und so kam ich zu der Entscheidung: Ich gebe auf!
Dieses Jahr wird nicht weiter gefastet.

Gott sei Dank, hatte ich bei meiner Entscheidung einen starken Verbündeten: Nämlich Jesus
Jesus selbst war es, der seinen Freunden in einem Gespräch über das Fasten riet, dass sie es aus freiem Willen tun sollen, nicht aufgrund des gesellschaftlichen Drucks.
Oder gar das Fasten als eine besondere Leistung anzusehen.

In der Bergpredigt bei Matthäus steht im 6. Kapitel:
Wenn ihr fastet, macht kein leidendes Gesicht wie die Scheinheiligen...  

Jesus sagt nicht falls ihr fastet sondern wenn ihr fastet.
Er geht davon aus, dass sie es tun, aber er sagt nicht, dass sie es tun müssen.
Er befiehlt nicht: „Ihr müsst fasten“.
Nein, Jesus überlässt uns die Entscheidung es zu tun oder es zu lassen.
Und wenn wir es tun, dann sollen wir es aus vollster Überzeugung tun, aber ohne es groß hinauszuposaunen.
Nichts Halbherziges, denn dann sollten wir es gleich sein lassen.

Liebe Leserinnen und Leser, ich weiß nicht wie es Ihnen in dieser Fastenzeit geht,
ob sie fasten können oder eher nicht.

Egal, denn Gottes Liebe zu uns ist bedingungslos – er liebt uns, egal ob wir fasten können oder nicht.
Und so wünsche ich Ihnen, dass Sie Gottes Liebe wahrnehmen können: 
Im Lächeln eines Fremden, der ihnen an der Kasse im Supermarkt den Vortritt lässt.
Im ausgelassenen Spiel herumtobender Kinder.
Im Aufblühen der ersten Osterglocken in den Parks und Gärten.
Im Regen oder im Sonnenschein.
Und in den Menschen, die Ihnen nahe stehen.

Herzlichst
Ihre Bärbel Vane
Prädikantin in der Evangelischen Kirchengemeinde Menden


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