Evangelische Kirchengemeinde Menden


Wort zum Sonntag


Mario Huhn,
Pfarrer in der Ev. Kirchengemeinde Menden
Hallo Sportsfreunde!

Fitness ist wichtig, um den Körper gesund zu erhalten. Darum gehe ich regelmäßig ins Sportstudio. Muskeln, die nicht trainiert sind, sind im Alltag weniger leistungsstrak. Bankdrücken und Bizeps-Curls machen mir Spaß, die Übungen an der Beinpresse empfinde ich als mühselig. Für eine gute Beinmuskulatur sind sie jedoch unerlässlich.

Wegen Corona ist mein Fitnessstudio leider zu – mal wieder. Darum mache ich viele Spaziergänge und gehe joggen. Aber auch zuhause gibt es Möglichkeiten, mich fit und gesund zu halten: Sit-Ups, Liegestütze oder Klimmzüge. Das ist nicht das Gleiche wie Fitnessstudio, aber mein Körper braucht diese sportlichen Auszeiten.

Wie steht es aber mit meinem Glaubensleben, frag ich mich. Widme ich dem auch so viel Zeit? Denn nicht nur meine körperliche Fitness ist wichtig. Auch mein Geist braucht viel Aufmerksamkeit. Ohne entsprechendes Training wäre mein Glauben nicht alltagstauglich.

Als Christ weiß ich natürlich, dass ich mir hier nichts verdienen kann. Ich bekomme von der Kirche keine Bonuspunkte. Und Gott überreicht mir auch keine Urkunde für besondere Leistungen. Falscher Ehrgeiz macht Glauben zur Last, ja geradezu ungenießbar. Dennoch haben feste Trainingszeiten und Übungen ihren Sinn.

In den Evangelien wird oft davon erzählt, dass sich Jesus alleine in die Stille zum Gebet zurückzieht. Er entzieht sich regelrecht den Erwartungen anderer Leute, um seinen Geist zu trainieren. Erst das Unterbrechen des Alltags macht seinen Glauben tauglich für den Alltag. Jesus ist also ein gutes Vorbild.

Darum versuche ich meinen Glauben fit zu halten. Am liebsten gehe ich dazu in die Kirche. Das geht jetzt leider nicht. Zum zweiten Mal finden wegen Corona keine Gottesdienste statt. Aber auch zuhause gibt es Möglichkeiten, meinen Glauben zu trainieren: Bibellektüre, Beten, Stille, Gespräche über den Glauben per Zoom.

Selbst Andachten kann ich feiern – alleine oder zusammen mit meiner Familie. Sowohl das Ev. Gesangbuch als auch das Gotteslob geben zahlreiche geistliche Impulse für das alltägliche Leben. Sicher, dass ist nicht das Gleiche wie Gottesdienst, aber mein Geist braucht diese Durchbrechung des Alltäglichen.

Ich gebe zu, das sind nicht immer die spannendsten Übungen. Und manchmal bleibt es auch bei mir nur beim Versuch und meine guten Vorsätze fallen dem „inneren Schweinhund“ zum Opfer. Anstatt in der Bibel zu blättern, lese ich dann die neusten Statusmeldungen meiner Freunde.

Darum hilft es, mir erreichbare Ziele zu setzen, sie genau zu definieren und aufzuschreiben. Etwa ein Buch in der Bibel pro Monat durchzulesen, jeden Morgen oder jeden Abend 5 Minuten Zeit der Stille oder mindestens zwei Gebete am Tag. Das Einfache genügt, um Geist und Körper fit zu halten!

Sportliche Grüße,
Euer Mario Huhn, Pfarrer in der Ev. Kirchengemeinde Menden


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