Evangelische Kirchengemeinde Menden - Willkommen

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Willkommen

Wir begrüssen Sie herzlich auf der Internet-Seite der Evangelischen Kirchengemeinde in Menden und freuen uns, dass Sie sich für unsere Angebote und Veranstaltungen interessieren.

Wir informieren Sie gern über Aktuelles aus unserer Gemeinde, die aktuellen Gottesdiensttermine, die Veranstaltungen unserer Gemeinde im aktuellen Wochenplan sowie Informationen zur Kirchenmusik und über die vielfältigen Angebote der Evangelischen Kirchengemeinde in Menden.

Ob Sie ein vertrauliches Gespräch wünschen oder weitere Informationen suchen - informieren Sie sich hier oder nehmen Sie Kontakt zu uns auf. Gerne beantworten wir Ihre Fragen auch per E-Mail info@kirche-in-menden.de oder per Post (Gemeindebüro Bodelschwingh-Haus, Bodelschwingh-Straße 4, 58706 Menden).


Aktuelles aus unserer Gemeinde

"Recuerdos de San Vigilio“ - Nachtkonzert mit Gitarristin Sabine Thielmann
Peru-Partnerschaftssonntag am 22.9. im Ludwig-Steil-Haus


Wort zum Sonntag


Frank Fiedler, Pfarrer der
Evangelischen Kirchengemeinde Menden
Einmal – so wird im Matthäus-Evangelium erzählt – schaut Jesus auf die Menschen um ihn, und sie jammern ihn, „denn sie waren verschmachtet und zer­streut wie Schafe, die keinen Hirten haben“ (Matthäus 9,36). Überraschenderweise sagt er nicht - wie an anderer Stelle - „Ich bin der gute Hirte. Ich helfe Euch.“ Er stellt vielmehr fest: „Die Ernte ist groß, aber wenige sind der Arbeiter“. Das passt schlecht zusammen: Menschen sind in Not, - und Jesus redet von Ernte, von Früchten, vom Sattwerden und Genughaben. Wo geerntet werden kann, da ist keine Not, da sind die Tische gedeckt. Man muss nur Arbeiterinnen und Arbeiter entsenden, denn es ist jetzt Zeit, diese Ernte einzufahren. – Erntezeit, das wäre wie in Psalm 23: „Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein“.

Genau das macht Jesus: Er heilt, indem er mit Menschen in Not isst. Beim Essen verbrüdert er sich mit ihnen, und die gewonnenen Schwestern und Brüder werden heil. Außenstehende geraten wieder in die Gemeinschaft. Wie schön, wenn beim Fest „Menden à la Carte“ auch davon etwas zu spüren ist! Oder beim großen ökumenischen Gottesdienst am Sonntag Mittag auf dem Rathausplatz! Jesus spricht von einer großen Ernte: Die Ernte ist groß. Erschöpfung und Schutzlosigkeit werden nicht das letzte Wort haben, sondern die Freude, Ernte einfahren zu können und zu Tisch zu sitzen, ohne Sorge und ohne Zwang.

Jesus hilft den Menschen in Not nicht allein, er ruft seine Freunde zu sich. Und er „gab ihnen Macht über die unreinen Geister, dass sie die austrieben …“ Zu jeder Zeit machen sich Dämonen breit, auch heute. Im Internet agieren sie ungezügelt, verbreiten Hass, rufen auf zu Gewalt bis zum Mord. So viele Politikerinnen und Politiker werden von Menschen bedroht, die dieses Land mit seiner Freiheit und seiner Demokratie nicht liebhaben. Lautstark werden Geister gerufen, von denen wir nach dem Krieg dachten befreit zu sein. Wir nennen sie harmlos Populisten, aber es sind nicht einfach Populisten, es sind populistische Extremisten. Sie packen die alten Wahnideen und die alten Idiotien wieder aus; sie suchen das Heil wieder dort, wo einst das Unheil begonnen hat; sie preisen nämlich den Nationalismus als Heilslehre. Man liest nachdenklich den Satz, den Franz Grillparzer 1849 geschrieben hat: „Von der Humanität durch Nationalität zur Bestialität“. Nur wenn wir gemeinsam für Freiheit und Barmherzigkeit, Respekt und Liebe eintreten, wird man diesen Ungeistern begegnen können.

Jesus schaut die Menschen an: „Und als er das Volk sah…“ Ungeschönt kann Jesus Menschen sehen, ohne zu hassen. Vom Elend der Welt werden seine Augen nicht beleidigt. Als Jesus das Volk sieht, jammert es ihn. Er brennt vor Geduld, Barmherzigkeit und Verge­bung. Er, der Menschenkenner, erblickt et­was, was wir nicht erkennen können. Wie in einem Urteil, das von Anfang an feststeht, erblickt er die Menschen, wie Gott sie gemeint hat und immer noch meint. Trotz aller Würdelosigkeit, die sie vielfach von sich aus an den Tag legen.

„Die Ernte ist groß“, sagt Jesus, „doch viel zu wenig sind die, die mitarbei­ten. Darum bittet den Herrn der Ernte, dass er Arbeiter in seine Ernte sende!“ – Und er gab seinen Freunden Macht über die unreinen Geister, sie auszutreiben. Die unreinen Geister werden ausgetrieben durch Widerspruch, Zivilcourage und aufrechten Gang. Durch Mut zu offener Kritik, durch Demaskierung von Übelständen. Jede ist gefragt und jeder wird gebraucht. Zum Tun des Einfachen, Hilfreichen und Gerechten.

Ihr Frank Fiedler



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